Das Zeitalter des Wassermanns

 

Wir befinden uns im Zeitalter des Wassermanns. Dieses verspricht ein Zeitalter des Geistes zu werden. Nachdem Äeon der Fische, dass der Jungfräulichkeit und Reinheit verschrieben war, sexuelle Lust negierte und Magie als Teufelswerk brandmarkte, entdecken wir zunehmend die Kraft unseres Geistes.

  

Ich spreche absichtlich nicht von Bewusstsein. Das Bewusstsein ist nur ein Teil unseres Geistes. Nur mit dem Unterbewusstsein und den Unbewussten synchronisiert, entfaltet sich der Geist vollkommen. Wir benötigen die – dem Bewusstsein zugeschriebene – Verstandeskraft, die Gefühle und Emotionen, die Bewusstsein und Unterbewusstsein enthalten und die Energie dahinter, damit wir unsere psionische Wahrnehmung entwickeln können.

 

Unsere Triebe, wozu das sexuelle Begehren kommt, das geniessen von Schokolade oder auch mal ein Glas Wein gehören zu uns wie unser Wille zu überleben und abzuwägen, was richtig und falsch ist. Es ist falsch, das zu leugnen, was sich in uns befindet, den tun wir das, überwinden wir die Schwächen darin nicht. Und wir vermögen die Stärken darin weder zu erkennen noch zu erschliessen.

 

Der zweite Weltkrieg und das Vorspiel dazu waren ein massives Aufbäumen vom Zeitalter der Fische, um jenes vom Wassermann zurückzubinden. Hitler und Stalin sind Paradebeispiele für Vertreter von Reinheit und Kollektivismus. Sie vernichteten, folterten und verachteten, um den Wahnsinn der Reinheit und der Homogenität durchzusetzen. Sie wussten, nur mit der Vernichtung ihrer Feinde, können Sie das schaffen.

 

Reinheit ist eine Illusion. Fiktionen sind die Wahrheit. Wo Menschen aufeinandertreffen, gibt es Konflikte. Es entsteht Spannung. Es liegt an den Menschen, sie nicht eskalieren zu lassen, doch jeder Mensch besitzt einen eigenen Willen und jeder Mensch will ihn nach Möglichkeiten durchsetzen. Ideologien treffen aufeinander und so gibt es ein wetteifern. Schlimm ist es nicht, solange man die andere Seite respektiert.

 

Hitler scheiterte zuerst, die Sowjetunion war auch kein Erfolg, im Zuge des kalten Krieges tauchten zahlreiche Machthaber auf, die den beiden ähnlich waren. Sie vergingen, der Ostblock brach zusammen, unzählige Völker, die gefangen gehalten wurden, gewannen die Freiheit. Dazu gehörten auch die unzähligen Menschen, die in den westlichen Kolonialreichen versklavt wurden.

 

Wichtige Schritte wurden gemacht, dazu gehört auch die Tragödie um den „Arabischen Frühling“. Leider entwickelte sich diese Revolution wie so viele zuvor. Auf Revolution folgen Bürgerkrieg und Wirren. Für die betroffenen Menschen schrecklich, aber das Zeitalter des Wassermanns entfaltet sich.

 

Den Weg der Individualität zu gehen, der Selbstverantwortung, unsere Fähigkeit zu nutzen, Gemeinschaften zu bilden, denen wir angehören wollen, um unser Leben zu gestalten wie wir es wünschen.

  

Das Zeitalter des Wassermanns bedeutet nicht den vollkommenen Kollaps von Staaten, es bedeutet deren Weiterentwicklung. Einige Staaten mögen zusammenbrechen, supranationale Konstrukte ebenfalls, aber neue entstehen - hoffentlich bessere. Aber vielleicht kommen wir auch zur Basis zurück und legen mehr Macht in die Hände der Individuen, die das einzige sind, auf dass all diese Gebilde nicht verzichten können.

 

Es ist an uns, das Zeitalter des Wassermanns zu fördern und zu verwirklichen. Wir befinden uns am Anfang, legen wir ein stabiles Fundament.